Tendenzbeschluss

Gut ein Jahr haben die Arbeitsgruppen „Satzung“, „Seelsorgebezirke“, „Finanzen und Gebäude“ und „Kommunikation“ sich Gedanken zu den Grundlinien einer möglichen Vereinigung der vier Gemeinden der Region gemacht.

Das Ergebnis liegt jetzt in Form eines „Tendenzbeschlusses“ vor, der in den Presbyterien beraten wurde und den Gemeinden auf außerordentlichen Gemeindeversammlungen vorgestellt worden ist.

 

Hier der Tendenzbeschluss im Wortlaut:

Tendenzbeschlusses
zur Vereinigung der Kirchengemeinden
der Region 3:
Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden

Die Ev. Kirchengemeinden Eiserfeld, Eisern, Gosenbach, Niederschelden beabsichtigen die Vereinigung zu einer Kirchengemeinde (Name und Siegel noch offen) zum 01.01.2020.

Im Vorfeld dieses Tendenzbeschlusses haben die von den vier Presbyterien eingesetzten Arbeitsgruppen Seelsorge, Gebäude-Finanzen-Personal, Satzung und Kommunikation Leitlinien erarbeitet, die bei der Umsetzung der Vereinigung in Geltung kommen sollen:

Die vier Kirchengemeinden gehen in die Form fest umgrenzter Gemeindebezirke über: Die zukünftigen Gemeindebezirke entsprechen den ehemaligen Kirchengemeinden. In den Gemeindebezirken lebt das gewachsene Profil der ehemaligen Kirchengemeinden fort. Die gewachsene Prägung der Bezirke wird geschützt und gefördert.

Die wesentlichen Dienste, Aufgaben und Funktionen der Gemeinde („Gemeinde vor Ort“) finden weiterhin wohnortnah auf der Ebene der Gemeindebezirke statt:

Die Möglichkeit, sich wohnortnah in den Gemeindebezirken (also in den ehemaligen Kirchengemeinden) zu beheimaten und zu engagieren und hier Verantwortung zu übernehmen, bleibt erhalten und wird gefördert.

Im Bereich Seelsorge wird die pfarramtliche Versorgung in Seelsorgebezirken/Seelsorgebereichen organisiert, welche die Zuständigkeitsbereiche der Pfarrerinnen und Pfarrer umschreiben.

Die Seelsorgebezirke/Seelsorgebereiche werden nach der Zahl der zur Verfügung stehenden Pfarrerinnen und Pfarrer bzw. nach deren Dienstanteilen umschrieben und bei Veränderungen durch Beschluss des Presbyteriums angepasst.

Für den Zeitpunkt einer möglichen Vereinigung 2020 bedeutet dies auf der Basis der aktuell vorliegenden Gemeindegliederzahlen Seelsorgebezirke/Seelsorgebereiche mit einer Größe von +/- 2.600 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle mit 100% Dienstumfang. Für 2025 ergeben sich dann Seelsorgebezirke/Seelsorgebereiche mit einer Größe von +/- 3.330 Gemeindegliedern pro Pfarrstelle mit 100% Dienstumfang.

Für jedes Gemeindeglied gibt es eine klare Zuständigkeit einer Pfarrperson. Die konkrete Umsetzung soll bei Kasualien - nach Absprache – möglichst flexibel gehandhabt werden.

Im Bereich Gebäude-Finanzen-Personal umfasst diese Leitlinie den folgenden Gebäudebestand:

Kg Eisern

Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, 1 Kita

KG Eiserfeld

Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, 2 Kitas

Besonderheit: Christuskirche und Kapelle Kaiserschacht werden verkauft

KG Niederschelden

Kirche, Gemeindehaus, 3 Pfarrhäuser, 1 Kita

KG Gosenbach

Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, 1 Kita

 

Am derzeitigen Status des Personals soll nichts verändert werden. Bei einer Vereinigung müssen aber die Arbeitsverträge auf die neue Kirchengemeinde ausgestellt werden. Bei der Anzahl des Personals werden sich vorläufig keine Veränderungen ergeben.

Der Finanzstatus der vier Kirchengemeinden zeigt, dass die Kirchengemeinden wirtschaftlich gut aufgestellt sind für einen Zusammenschluss. Die Zusammenführung der Haushalte ist unproblematisch.

Der Entwurf der Satzung ist diesem Tendenzbeschluss beigefügt. – Ergänzend zur Satzung wird festgehalten: Im Presbyterium sollen die vier Gemeindebezirke paritätisch vertreten sein. Dazu sollen bei den Kirchenwahlen vier Wahlbezirke gebildet werden, die den Gemeindebezirken entsprechen und in denen nach Wahlbezirksvorschlagslisten gewählt wird.

Im Bereich Kommunikation umfasst diese Leitlinie den folgenden Aspekt: In den August/September-Ausgaben der Gemeindebriefe soll eine Ideenfindung zum Namen der neuen Gemeinde durchgeführt werden. Die Gestaltung des Siegels ist abhängig vom neuen Namen der Kirchengemeinde.

Nach der Abstimmung in den einzelnen Presbyterien wird der Tendenzbeschluss über den Superintendenten dem Landeskirchenamt zugeleitet, welches dann auf dieser Grundlage den Entwurf einer Vereinigungsurkunde erstellt. Diese wird über den Superintendenten in die Kirchengemeinden zur weiteren Beratung gegeben. Der Urkundenentwurf enthält den Namen der neuen Kirchengemeinde, den Bekenntnisstand, die Nummerierung der Pfarrstellen, die Regelung der Rechtsnachfolge und das Datum des Inkrafttretens. Hierzu werden Gemeindeversammlungen durchgeführt und danach die abschließenden Beschlüsse über die Vereinigungsurkunde gefasst. Hierzu gehört auch ein korrespondierender Beschluss des Kreissynodalvorstands. Im Anschluss daran werden alle Beschlüsse einschließlich der Protokolle der stattgefundenen Gemeindeversammlungen dem LKA vorgelegt. Danach erfolgt die Beschlussfassung durch das Landeskirchenamt.